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Autozölle leiten den 2. April ein

Wirtschaft und Märkte aktuell

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AUTOR

Von Jamie Coleman
Senior Strategist, Strategy and Insights Group

22. bis 28. März 2025

Internationale Aktien gaben diese Woche etwas nach, weil Anleger auf die Einzelheiten der „reziproken“ US-Zölle kommenden Mittwoch warteten. Zu Wochenbeginn hatten die Märkte noch zugelegt; man hatte zunächst auf niedrigere Zölle gehofft. Nach Trumps Ankündigung umfassender Autozölle ab nächster Woche änderte sich das aber schnell. Die US-Zehnjahresrendite stieg von 4,21% auf 4,27%. Das Barrel Rohöl der Sorte West Texas Intermediate verteuerte sich um 1,50 US-Dollar auf 69,20 US-Dollar. Gemessen an Terminkontrakten auf den CBOE Volatility Index (VIX) stieg die Volatilität diese Woche von 19,2 auf 20,0.

KONJUNKTUR

Trump verhängt 25% Zoll auf Autos

Am Mittwoch kündigte US-Präsident Trump mit Wirkung zum 3. April 25% Zoll auf den Import von Autos an, auch bei einer Endmontage in Mexiko oder Kanada. Spätestens am 3. Mai werden dann auch Zölle auf wichtige Bauteile fällig. Laut Weißem Haus wird es zeitlich begrenzte Ausnahmen für Teile aus amerikanischer Produktion geben, wenn die Fahrzeuge in Mexiko und Kanada montiert werden. Trump nannte die Zölle „dauerhaft“ und sagte, dass sie die Reindustrialisierung der USA fördern sollen. Sie werden die Lieferketten der drei großen US-Autohersteller vermutlich massiv stören und der Rentabilität der gesamten Branche schaden. Auch wenn die Autohersteller wohl einen Teil der Zölle übernehmen werden, dürften die Preise steigen und Gebrauchtwagen ebenfalls teurer werden. Berichten zufolge hatte Trump US-Autohersteller vor Preiserhöhungen gewarnt. Am 2. April wird die Regierung ihre reziproken Zölle gegen alle anderen Länder vorstellen. Trump sagte aber am Mittwoch, dass sie „sehr milde“ ausfielen. Außerdem kündigte er 25% Zoll auf Importe aus Ländern an, die Öl und Erdgas aus Venezuela beziehen.

Unklarheit über Waffenstillstand in der Ukraine

Dem Vernehmen nach verständigten sich amerikanische und russische Unterhändler am Dienstag darauf, dass die Ukraine und Russland gegenseitige Angriffe auf die Energieinfrastruktur unterlassen. Die USA erklärten, ein vorläufiges Waffenstillstandsabkommen erreicht zu haben, das auch einen sicheren Seeverkehr im Schwarzen Meer ermögliche. Anschließend äußerten beide Seiten sich aber sehr unterschiedlich zu Zeitpunkt und Einzelheiten der Vereinbarungen. Russland ließ wissen, dass man nur bei einem Ende der Sanktionen gegen den russischen Agrarsektor und eine der wichtigsten russischen Banken zustimme – und Selenskyj sprach nach einem Treffen europäischer Staats- und Regierungschefs in Paris am Donnerstag von vielen offenen Fragen zu einer möglichen Stationierung europäischer Truppen in seinem Land.

Moody’s warnt vor amerikanischem Haushaltsausblick

Durch Trumps Zölle könnte es den USA schwerer fallen, mit wachsenden Staatsschulden und höheren Zinsen zurechtzukommen, hieß es von der Ratingagentur Moody’s diese Woche. Die Staatsfinanzen dürften sich noch „mehrere Jahre lang verschlechtern“ – wie bereits seit November 2023, als die Agentur das amerikanische Aaa-Länderrating mit einem negativen Ausblick versah. Moody’s wies zwar auf die große Stabilität der USA und die Bedeutung des Dollar und amerikanischer Staatsanleihen für das Weltwährungssystem hin, warnte aber vor niedrigeren Staatseinnahmen infolge von Zöllen und Steuersenkungen.

KURZ GEFASST

Trotz der unsichereren Wirtschaftslage haben die Einkaufsmanagerindizes (PMIs) laut S&P Global im März durchweg zugelegt.

Der PCE-Kernindex, der bevorzugte Inflationsindikator der Fed, ist im Februar um 0,4% z.Vm. und damit stärker als erwartet gestiegen. Die Haushaltsausgaben blieben hinter den Erwartungen zurück; sie legten nur um 0,4% z.Vm. zu.

Am Mittwoch erklärte Trump, dass er die Zölle gegen China bei einem Deal über den amerikanischen Teil von TikTok senken könne.

Nach einer Bloomberg-Meldung von Freitag arbeitet die Europäische Kommission an einem Arbeitspapier für mögliche Verhandlungen mit den USA. Damit wolle man Gespräche über den Abbau von Handelshemmnissen vorbereiten. Unter anderem solle es um niedrigere EU-Zölle, gemeinsame Investitionen mit den USA und die Lockerung bestimmter Regulierungen und Standards gehen.

Indien will die für den 2. April angekündigten reziproken US-Zölle noch mit niedrigeren eigenen Zöllen auf eine Reihe von Gütern abwenden. 2023 erhob Indien im Schnitt 17% Zoll, die USA aber nur 3,3%.

Das amerikanische Wirtschaftswachstum im 4. Quartal wurde von annualisiert 2,3% auf 2,4% heraufrevidiert. Die Haushaltsausgaben wurden allerdings nach unten korrigiert, von 4,2% annualisiertem Wachstum auf 4%. Die Unternehmensgewinne stiegen im 4. Quartal um 204,7 Milliarden US-Dollar, nachdem sie im 3. Quartal um 15 Milliarden gefallen waren.

Aufgrund der immer unsichereren Wirtschaftslage nähme der britische Konsum trotz steigender Real­einkommen nicht zu, sagte Notenbankchef Andrew Bailey. Außerdem zögerten die Unternehmen Investitionen hinaus. Das britische Wachstumspotenzial müsse steigen, so der Gouverneur der Bank of England.

Am Donnerstag sagte Elon Musk, dass er die US-Staatsausgaben bis Ende Mai um 1 Billion US-Dollar kürzen wolle.

Der Case-Shiller Home Price Index für die USA ist im Januar um 4,1% z.Vj. gestiegen. Die Verkäufe neuer Immobilien legten im Februar um 1,8% z.Vm. zu, die schwebenden Hausverkäufe um 2%.

Laut Stephen Miran, Chef des Council of Economic Advisers im Weißen Haus, plane Trump keinen „Mar-a-Lago-Währungsakkord“, sondern faire und reziproke Zölle. Man befinde sich gerade an der Schwelle von einer von Staatsausgaben getriebenen Konjunktur zu einem Modell, in dem die Privatwirtschaft dominiert.

Das deutsche Geschäftsklima ist auf den höchsten Wert seit Juni 2024 gestiegen. Es reagierte auf die Pläne von Friedrich Merz, die deutsche Wirtschaft mit vielen Milliarden Euro zu reformieren. Der ifo-Erwartungsindex legte von 85,6 im Februar auf 87,7 im März zu.

Im letzten Haushaltsentwurf vor den Wahlen kündigte Australiens Regierung unerwartete Steuersenkungen und eine Verlängerung des Energiepreisdeckels an. Am Freitag rief Premierminister Anthony Albanese Neuwahlen für den 3. Mai aus.

Im März ist das amerikanische Verbrauchervertrauen auf den niedrigsten Wert seit Anfang 2021 gefallen, schreibt das Conference Board. Der Index ging von 98,3 im Februar auf 92,9 zurück.

Das Congressional Budget Office schätzt, dass sich die US-Regierung bei einer unveränderten Schuldenobergrenze wohl nur noch bis August oder September mit Notfallmaßnahmen refinanzieren könne. John Thune, Mehrheitsführer im Senat, sagte diese Woche, dass er im Rahmen der bevorstehenden Haushaltseinigung hoffentlich eine Anhebung der Schuldenobergrenze durchsetzen könne.

Im Februar stiegen die Bestellungen langlebiger Güter in den USA um 0,9%. Rechnet man Waffen und Flugzeuge heraus, gingen sie aber um 0,3% zurück.

Der britische Verbraucherpreisindex ist im Februar um 2,8% z.Vj. gestiegen und lag damit unter den Erwartungen von 3,0%. Die Kerninflation betrug 3,5%, nach 3,7% im Vormonat.

Laut Financial Times hat Peking neue Energieeffizienzvorschriften für hoch entwickelte Chips eingeführt. Sie würden chinesische Unternehmen davon abhalten, für China produzierte NVIDIA-Chips einzuführen.

Nach dem Protokoll der jüngsten Sitzung hätte der geldpolitische Ausschuss der Bank of Canada die Leitzinsen ohne die Unsicherheit durch die US-Zölle nicht gesenkt.

NÄCHSTE WOCHE

Montag: deutsches BIP im 4. Quartal (endgültig)

Dienstag: PMIs für das Verarbeitende Gewerbe weltweit, vorläufiger Verbraucherpreisindex und Arbeitslosenquote für März im Euroraum, JOLTS Index in den USA

Mittwoch: Einzelheiten der „reziproken“ Zölle der Trump-Regierung

Donnerstag: Dienstleistungs- und Composite PMIs (weltweit)

Freitag: US-Arbeitsmarktbericht

 

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Quellen: MFS Research, Wall Street Journal, Financial Times, Reuters, Bloomberg News, FactSet Research, CNBC.com.

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